Liebe Routine!

Nach all den Feiertagen hat uns der Alltag wieder: Für die meisten von uns klingelt in der Frühe der Wecker, wir rollen uns mehr oder weniger motiviert aus dem kuscheligen Bett, machen und mehr oder weniger freudig an die Erledigung unserer Morgenroutine. In den letzten Tagen habe ich mehr als einmal gehört, wie schwierig es doch sei, nach Ferien und Feiertagen wieder in den Alltagstrott zu finden, wie schwer manchmal die Routine mit ihren immer wiederkehrenden Aufgaben und Situationen wiegt.

Ich kann das gut nachvollziehen. Auch mich reißt der Wecker morgens aus meinen Träumen und wenn beim Blick nach Draußen nur Dunkelheit zu sehen ist, muss auch ich ein bisschen mentale Selbstüberzeugung leisten, um meinen Fuß aus dem Bett zu strecken. Die morgendlichen Standardabläufe fielen an Tag 1 und 2 nach den Ferien noch ein wenig unrund aus , das familiäre Zeitmanagement musste sich noch mal schnell wieder in Erinnerung rufen. Manche Bewegungen waren noch etwas langsamer als sonst, die Kombination „Müdigkeit innen/Dunkelheit draußen“ schlug ordentlich zu. Der Fahrradsattel war ungewohnt kalt und der Schlüssel musste auch noch schnell wieder vom Haken genommen und eingesteckt werden. Doch trotz all dem Hin und Her:

Erstaunlicherweise sind wir dann aber doch alle rechtzeitig in Schule und Büro gelandet!
Heute ist Tag 4 nach den Ferien und heute Morgen beim Radeln* fiel mir auf, dass wir tatsächlich schon wieder raus sind – aus der Alltagseingewöhnungsphase!

Wir gähnen immer noch gemeinsam am Frühstückstisch und besprechen mit kleinen Augen kurz die wichtigsten Punkte des neuen Tages. Und wir würden immer noch gern länger schlafen und sind der kollektiven Ansicht, dass ein späterer Schul- und Arbeitsbeginn uns auch deutlich gut gefallen würde.

Aber die Handgriffe sitzen wieder: Die Brotdosen sind im Handumdrehen gerichtet, die Schul-/Arbeitssachen gepackt, die Zähne zur richtigen Zeit geputzt, die Haare gekämmt und der Schlüssel steckt auch bereits in der (Schul-)Tasche. Ein Blick in das dunkle Draußen verrät uns, welche Jacke wir anziehen müssen und wir erinnern uns spontan daran, dass heute Nachmittag das Sporttraining für Kind 1 stattfindet, Kind 2 verabredet ist und sich der notwendige Sprung in den Supermarkt noch schnell dazwischen quetschen lässt.

Wir haben unsere Alltagsstruktur wiedergefunden und wie einen alten Freund begrüßt, den wir eine Weile nicht gesehen haben, der uns aber so vertraut ist, dass es nur ein bisschen Zurechtruckelns bedarf, um wieder in einen gemeinsamen Gleichschritt zu fallen.

Es mag sich für den ein oder anderen seltsam anhören, aber Ausschlafen hin oder her: Ich mag meine Routine irgendwie. Gern verfluche ich sie und fühle mich von ihr eingeengt und beschnitten in meiner Kreativität. Aber genauso gern ist sie mir ein Gerüst und ein täglicher Leitfaden, der dafür sorgt, dass Dinge, die es nun mal zu erledigen gibt und Situationen, die eben immer wieder auftreten, gut zu handhaben sind. Und in all dieser Routine findet sich immer wieder Raum für kleine Achtsamkeitsmoment, für die kleinen wundersamen Dinge, die den Alltag auch ausmachen: Das fröhlich-laute Zwitschern der Vögel, wenn ich noch im Dunkeln zur Haustür heraustrete; die frische Luft, die hereinweht und dem morgendlichen Schlafgeruch Paroli bietet; die Menschen, die mir jeden Morgen auf meinem Arbeits- bzw. Schulweg entgegenkommen und von denen ich einige kopfnickend begrüße, weil wir uns nahezu jeden Morgen an der gleichen Stelle begegnen; der Brötchenduft, der aus der Bäckerei in meine Nase strömt; die Kinder, die nach der Schule schnatternd von den Erlebnissen des Tages berichten, während sie ihre Ranzen in die Ecke pfeffern; die Nachbarin, die beim Nachhausekommen ein fröhliches „Genieße deinen Feierabend!“ über den Zaun ruft…. All das sind Momente meiner Routine, meines Alltags; all das sind besondere kleine Momente meines Lebens für die ich heute einfach mal dankbar bin!

Ich wünsche euch, wann immer ihr das lesen mögt, für den heutigen Tag die Gelegenheit, mindestens einen wunderbaren Moment in eurem Alltag zu entdecken! Und wenn ihr mögt, dann teil ihn gern – hier oder auf Facebook oder per E-Mail an mich direkt!

Ich freue mich darauf!

Lasst es euch gut gehen, Eure Silke

*Hochdeutsch: mit dem (Fahr-)Rad fahren; den Begriff „radeln“ habe ich aus dem Schwäbischen geklaut. Hört sich doch viel netter an, oder? 😊

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