Einkaufszettel

Ich habe zwei Tage nichts geschrieben. Nichts. Außer einem Einkaufszettel. Wobei das dieser Tage ein durchaus ernstes Unterfangen ist, da idealerweise alles , inklusivem frischem Obst und Gemüse, in einem Schub besorgt werden sollte. Am besten für die nächsten 5-7 Tage. Und dann steht auch noch Ostern vor der Tür.

Wie komme ich jetzt vom Schreiben übers Einkaufen zu Ostern? Mein Göttergatte würde sagen, dass das wieder einer der für mich typischen Gedankensprünge war, die man als Außenstehender nur selten nachvollziehen kann, da man ja nicht in meinem Kopf sitzt. Er hat sich dran gewöhnt.

Vielleicht hat er Recht. Ich glaube, dass das ein Ausdruck meines irgendwie immer vollen Kopfes ist. Schon in „normalen Zeiten“ ist das so viel los in meinem Oberstübchen ( „Oberstübchen“ – das hat meine Oma immer gesagt. Was für ein wunderbarer, altmodischer Ausdruck. War mir beinahe entfallen.) , dass es mühsam ist, dort ein bisschen Ordnung und Disziplin hineinzubringen. Mit viel Yoga und Achtsamkeit baue ich mir da seit Jahren einen Weg, der inzwischen auch meistens ganz gut funktioniert.

Corona-Zeiten sind aber keine normalen Zeiten. Demnach ist natürlich auch sehr viel mehr los. Im außen und im innen. Vielleicht toben deswegen meine Gedanken derzeit wieder wie Kinder auf dem Heuboden in meinem Kopf herum. Vielleicht fällt es mir auch deswegen ein bisschen schwerer, sie einzufangen und aufs Papier (oder den Bildschirm ) zu bringen. Vielleicht bin ich auch einfach in einem Zustand aus dauer-müde, Dauer-alarm und dauer-angepiekt, den ich bisher noch nicht so kannte und für den ich daher noch keine erprobten Rezepte anwenden kann. Wer weiß das schon. In diesen Zeiten ist so vieles anders.

Und während ich gerade so über das Schreiben meine Gedanken ein bisschen sortiere, parallel mein Kind ermutige, seine träumerischen Gedanken gerade nicht aus dem Fenster zu schicken, sondern auf das (schulische) Papier zu bringen, flutscht mir ein weiterer Gedanke durch den Kopf: Vielleicht muss ich gar nicht permanent eine glasklare Gedankenordnung haben , vielleicht reicht es auch, wenn ich mich immer wieder mal daran erinnere, was jetzt , gerade, in diesem Moment für mich wirklich wichtig ist. Vielleicht ist es vollkommen ausreichend, achtsam zu sein.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen achtsamen Dienstag in diesen chaotischen Zeiten.

Passt auf euch auf, Eure Silke

Facebooktwitterlinkedinrssyoutube

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *

+ 7 = 13