Auswirkung Nr. 6 – Worte bekommen neue Bedeutungen

In mir arbeitet es derzeit gefühlt kontinuierlich. In meinem Herzen und in meinem Kopf. So viele Gedanken schießen mir unablässig durch den Kopf, Gefühle in mein Herz. Den Fokus zu behalten fällt mir in diesen Tag manchmal recht schwer. Schon seit einiger Zeit ist mein persönliches kleines Mantra „Schritt für Schritt.“ In herausfordernden Phasen , aber auch im klassischen Alltag (vor Corona) hilft mir das zumeist am besten. So auch jetzt.  

Und trotzdem bleiben da Unmengen an Gedanken. Einer davon ist, dass mir immer wieder einzelne Worte im Kopf erscheinen, die sich dieser Tage in ihrer Bedeutung verändern oder daran zunehmen. Die sich hinter meiner Stirn austoben und keine Ruhe geben wollen. Ich werde jetzt einfach mal ab und an diese Worte mit euch teilen. Vielleicht werden sie dann ein bisschen leiser oder finden bei euch eine Reflektion.

Mein Wort des gestrigen Tages ist Unsicherheit.  Der Mittwoch war in meinen Gedanken geprägt von der Frage „Wie soll das werden? Wie werden wir als Familie, als Gesellschaft, als „Welt“ diese Corona-Krise überstehen? Was wird das alles mit unseren Kindern machen? Wie werden wir gemeinsam – vielleicht noch viele, viele Wochen – diesen seltsamen Alltag meistern? Ohne Freunde, ohne die weitere Familie, mit absolut reduziertem sozialem Gefüge? Wie werden wir mittelfristig unsere Jobs ausüben können? Wie werden wir die schulischen Anforderungen meistern? Wie werden wir unsere private Krisensituation, die von Nicht-Corona-Krankheit geprägt ist, handhaben? Welche Entscheidungen werden die richtigen sein? Werden sich unsere persönlichen und gesellschaftlichen Wertmaßstäbe verändern und wenn ja, wie? Welche Freundschaften, Arrangements, Rituale und liebgewonnenen Gewohnheiten werden diese Zeiten überdauern?“

Keine dieser Fragen kann ich für mich beantworten. Bei einigen kann ich mutmaßen, mir Antworten herbeisehnen oder wünschen. In der Regel aber ist meine Reaktion ein Grummeln in Bauch. Das Unsicherheitsgrummeln. Es beginnt leise und grollend in meinem Bauch und wenn ich nicht aufpasse, rollt es sich durch meinen ganzen Körper bis in meinen Kopf und löst eine ganzheitliche Unsicherheitswelle in mir aus.

Das hilft nur mal wieder nicht. Als kleine Kontroletti (wie mich meine Familie manchmal mehr oder weniger liebevoll nennt) habe ich „ die Dinge“ gern im Griff, den Überblick, eine Strategie und sei sie noch so banal. In der aktuellen Situation muss ich aber noch mehr als im „normalen“ Leben lernen, dass sich vieles nicht kontrollieren lässt. Egal, wie organisiert, strukturiert und vorausschauend ich mich auch aufstelle. Das Corona-Virus lehrt mich auf seine eigene Art, ein Stück weit loszulassen und – viel wichtiger – das auszuhalten. Es gibt keinen Weg drumherum, keine Alternativstrecke. Ich muss da durch. Wir müssen da durch.

Diese Unsicherheit und alles , was sie mit sich bringt,  auszuhalten, ist für mich, neben all den anderen Herausforderungen dieser Situation, eine absolute Meisterleistung. Ich bin mir sicher, das geht auch vielen anderen derzeit ähnlich. Vielleicht habt ihr ja Lust, auch davon zu berichten. Kann ja ganz kurz sein. Hier als Kommentar, auf meiner Homepage oder als direkte Info an mich , denn geteilte Meisterleistungen lassen sich gemeinsam ja vielleicht besser bewältigen … wer weiß!

Egal, ob ihr eure Meisterleistungen hier teilt oder allein mit euch oder euren Lieben im Offline bewältigt: Wir sind alle gemeinsam in dieser Situation, ob wir uns nun sehen können oder nicht. Und in diesem Sinne :

Passt gut auf euch auf. Eure Silke  

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