Alles ist anders

Alles ist anders, unser Leben steht Kopf, kaum noch etwas ist, wie es ist. Hätte mir jemand vor einigen Wochen gesagt, dass sich unser Alltag in diesem Ausmaß verändert – ich hätte ihn vermutlich nicht ernst genommen.

Corona hat uns im Griff. Uns alle. Egal, in welchem Land wir leben; egal, welche Maßnahmen ergriffen werden oder auch nicht; egal, ob wir jung oder alt, gesund oder krank, groß oder klein, dick oder dünn, grün, blau, rosa oder bunt sind – keiner bleibt wirklich verschont von einer Pandemie, die sich die meisten von uns nicht haben vorstellen können. Diese Situation zwingt uns, mehr beieinander zu sein und gleichzeitig, uns räumlich voneinander zu distanzieren. Sie vereint auf eine nahezu absurde Weise das Yin und das Yang, das Enge und das Weite, das Kleine und das Große.

Jeder von uns sucht nach Wegen, um dieser Lage zu begegnen, sie zu handhaben und sich in irgendeiner Form in ihr einzurichten. Die täglichen Nachrichten halten manchmal im Minutentakt Neues für uns bereit und kaum eine Stunde vergeht oder Konfrontation mit Corona.

Wir sind in Aufruhr. In der weiten Welt, aber auch in unserem ganz persönlichen Leben und Alltag. Wie die meisten, so versuche auch ich mich zurechtzufinden. In den ersten Tagen war das von viel Aktionismus geprägt, von der Suche nach Antworten auf die dringendsten Fragen.

Gehören wir oder einer in unserem Umfeld zu einer Risikogruppe? Was heißt das im Zweifel für uns?
Kann ich zur Arbeit fahren? Kann ich überhaupt weiterhin arbeiten? Wie läuft es ggf. im Home Office? Die Kinder haben keine Schule mehr, wie können sie lernen?  Darf ich noch einkaufen gehen und wenn ja, wie? Haben wir ausreichend Lebensmittel? Was brauchen wir wirklich, was muss ich noch schnell organisieren und regeln? Usw., usw., usw. …

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber für mich gab es bisher keine wirklichen Momente der „Zeit für Entschleunigung“ , auf die nun auch vermehrt in den sozialen Medien hingewiesen wird. Versteht mich nicht falsch, ich mag diesen Gedankenansatz, dass auch in einer großen Krise Raum für Gutes ist. Und vielleicht wird diese Entschleunigung auch noch eintreten. Derzeit ist sie jedoch  – zumindest in meinem Leben – noch nicht so richtig in Sicht.

Auch an Schreiben war bisher nicht zu denken. Aber heute, nach Arbeit in Home Office und Home School, hatte ich plötzlich wieder das Bedürfnis, meine Gedanken aufzuschreiben, sie zu teilen und damit auch diesem Gefühl entgegen zu wirken, allein in diesem Szenario herumzuschwimmen.

Und darum starte ich jetzt einfach einen Versuch … ohne konkretes Ziel und ohne zu wissen, wer hier was lesen mag, aber doch mit dem unbedingten Wunsch, eine Nähe herzustellen, die im Moment nahezu ausschließlich digital   funktionieren kann.

Ich werde also einfach (weiter)schreiben… über das, was mich in diesen wahnsinnigen Zeiten bewegt. In all meinen Lebensrollen.

Passt inzwischen auf – auf einander und auf euch selbst.

Wir lesen uns.

Eure Silke

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